Das Angebot an Objektiven für Nikon Z Kameras erweitert sich ständig, und es tauchen immer interessantere Stücke auf, auch wenn es in diesem Fall nicht so eine große Überraschung ist – kurz nach dem neuen Festbrennweiten-Objektiv mit hoher Lichtstärke, dem Nikon Z 35mm f/1,4, folgt nämlich ein weiteres Modell, das Nikon Z 50mm f/1,4, das viele Gemeinsamkeiten mit dem vorherigen aufweist. Das auffälligste gemeinsame Merkmal ist vor allem der sehr günstige Preis, insbesondere angesichts der Tatsache, dass es sich um ein Objektiv mit einer sehr hohen Lichtstärke von f/1,4 handelt, das sogar günstiger ist als das Modell mit der niedrigeren Lichtstärke Nikon Z 50mm f/1,8 S.
Eine der ersten Fragen, die sich logisch stellt, ist, warum das neue Nikon Z 50mm f/1,4 mit besserer Lichtstärke f/1,4 günstiger ist als die ältere Variante mit niedrigerer Lichtstärke f/1,8. Die Antwort darauf ist vielfältig, und die erste findet sich in diesem Kapitel über die mechanische Verarbeitung. Die lichtstärkere Neuheit hat nämlich in ihrer Konstruktion deutlich einen höheren Kunststoffanteil, was auch damit zusammenhängt, dass die ältere Version am Ende ihrer Bezeichnung den Buchstaben S trägt, der bei Nikon Z Objektiven die Premiumreihe sowohl optisch als auch mechanisch kennzeichnet. Die ältere Version f/1,8 S geht in Bezug auf die Robustheit der Konstruktion sogar so weit, dass sie beispielsweise einen Metall-Fokussierring aufweist.
Trotzdem kann man beim neuen Nikon Z 50mm f/1,4 nicht sagen, dass es mechanisch irgendwie minderwertig ist. Es gibt zwar deutlich mehr Kunststoff in der Konstruktion, dennoch versichert der Hersteller Wetterbeständigkeit, also Schutz vor Regen und Staub. Wenn ich meine persönliche Meinung hinzufügen darf, so denke ich, dass die neuesten Kunststoffe in vielerlei Hinsicht sogar besser als Metall sind. Bei Objektiven sind sie leichter, günstiger und vertragen Temperaturschocks, wie sie etwa bei Übergängen von Kälte in Wärme auftreten, besser. Ebenso verkraften sie Stöße oft viel besser, da sie nicht so leicht reißen wie dünnes Metall, sondern lediglich Dellen bekommen. Der Bajonettanschluss ist aber weiterhin aus Metall, was definitiv ein Pluspunkt ist.
Was Abmessungen, Gewicht und Ergonomie betrifft, ähneln sich die neuen Nikon Z 50mm f/1,4 und Nikon Z 35mm f/1,4 buchstäblich wie ein Ei dem anderen, ebenso wie dem älteren, aber höherwertigen Nikon Z 50mm f/1,8 S. Allerdings gibt es zwei wesentliche Unterschiede – beide Neuheiten haben keinen AF/MF-Schalter, stattdessen besitzen sie einen zusätzlichen Ring. Neben dem klassischen breiten Fokussierring gibt es einen kleineren, den man als Funktionsring bezeichnen könnte. Im Kameramenü kann man ihm verschiedene Funktionen zuweisen, etwa die Wahl der Blende, die Einstellung der ISO-Empfindlichkeit oder die Belichtungskorrektur. Das halte ich für eine gute Verbesserung, da sie fast jeder nutzen wird. Das Fehlen des AF/MF-Schalters hingegen wird wohl bei den heutigen AF-Systemen kaum jemand vermissen. Der Ordnung halber sei noch erwähnt, dass die Textur des Funktionsrings deutlich anders ist als die des Fokussierrings, sodass man ihn buchstäblich blind ertasten kann – ein weiteres scheinbares Detail, aber angenehm.
Um es aber nicht zu sehr zu loben, erlaube ich mir einen kleinen Seufzer – im Nikon Z System ist es zwar immer noch ein relativ kleines und leichtes Objektiv, aber wenn ich an die alten Zeiten und das äquivalente Objektiv für klassische Spiegelreflexkameras mit derselben Brennweite und Lichtstärke und dem Nikon F Bajonett denke, war so ein Objektiv deutlich kleiner, auch etwas leichter und nicht zuletzt auch etwas günstiger.
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Brennweite | 50 mm |
| Bildabdeckung | Vollformat |
| Bajonett | Nikon Z |
| Filtergewinde | 62 mm |
| Bildwinkel (horizontal) | FX 47° / DX 31°30‘ |
| Maximale Blende | f/16 |
| Lichtstärke | f/1,4 |
| Anzahl der Blendenlamellen | 9 |
| Optische Stabilisierung | ✕ |
| Fokussierung | leiser Schrittmotor |
| Optisches System | 10 Linsen |
| Speziallinsen | 1× asphärisch |
| Kleinste Fokussierentfernung | 37 cm |
| Besondere Ausstattung | multifunktionaler AF-Ring |
| Wetterbeständigkeit | ✓ |
| Gegenlichtblende im Lieferumfang | ✓ HB-115 |
| Abmessungen | ca. 75 × 87 mm |
| Gewicht | 420 g |
Das optische System des neuen Nikon Z 50mm f/1.4 Objektivs ist für heutige Verhältnisse überraschend einfach und besteht aus nur 10 Linsen, von denen nur eine speziell ist, nämlich asphärisch. Praktisch bedeutet das jedoch im Grunde genommen nichts, da in der Optik manchmal gilt, dass weniger mehr sein kann, und es ist eher eine interessante Randnotiz. Ebenso wie die Tatsache, dass die Frontlinse (also die ganz vordere, von vorne sichtbare) nicht nach außen gewölbt ist, wie es fast immer und bei allen Objektiven der Fall ist, sondern im Gegenteil nach innen gewölbt ist – solch spezielle Objektive kann man förmlich an den Fingern abzählen.
In Bezug auf Parameter und Funktionen muss ich eher der Vollständigkeit halber erwähnen, dass das Nikon Z 50mm f/1.4 Objektiv mit einem sehr schnellen und völlig leisen Schrittmotor ausgestattet ist, der schnelles und präzises Fokussieren ermöglicht, was natürlich auch stark von der verwendeten Kamera abhängt. Im Gegensatz dazu ist das Objektiv nicht mit einem eigenen optischen Stabilisator ausgestattet, was ich ihm jedoch nicht vorwerfe, da dies bei Objektiven mit so hoher Lichtstärke seit langem üblich ist, und zudem die immer bessere Stabilisierung in der Kamera genutzt werden kann.
Das Wichtigste ist jedoch natürlich die Schärfe des Objektivs (auch wenn das nicht alles ist). Das neue Nikon Z 50mm f/1.4 zeichnet sich durch hervorragende Schärfe in der Bildmitte aus, und zwar unter allen Umständen – natürlich vorausgesetzt, dass sich das fotografierte Objekt im Schärfebereich befindet, der aufgrund der Lichtstärke bei offener Blende sehr (bis extrem) klein sein kann. Bei sehr offener Blende, bei Blenden etwa zwischen f/2.8 und f/1.4, lässt die Schärfe in den Ecken zwar etwas nach, aber die Frage ist, wie sehr das ins Gewicht fällt, da dies im Grunde genommen nur auffällt, wenn Sie aufgrund der extrem geringen Schärfentiefe ein völlig flaches Motiv fotografieren – und solche Fälle sind eher selten, zudem gibt es eigentlich keinen Grund (außer in absoluten Ausnahmefällen), so niedrige Blendenzahlen zu verwenden.
Für viele Nutzer, die den Kauf eines so lichtstarken Objektivs in Erwägung ziehen, ist jedoch nicht minder wichtig die Frage des Bokehs, also der Darstellung des unscharfen Hintergrunds hinter dem Hauptmotiv. Dass der Hersteller daran gedacht hat, zeigt die Tatsache, dass das optische System durch eine hochwertige neunteilige abgerundete Blende ergänzt wurde, was sich positiv auf das Bokeh ausgewirkt hat. Über dessen Qualität wird bereits in Internetforen lebhaft diskutiert, und nicht wenige Nutzer haben es mit dem Bokeh verglichen, das wir noch von den alten guten Objektiven der analogen Spiegelreflexkameras kennen. Ich persönlich würde jedoch sagen, dass in diesem Zusammenhang die Erfahrung und das Können im Umgang mit dem Hintergrund am wichtigsten sind, da viel von dessen Farbigkeit, Kontrast und natürlich auch vom Abstand zum Hauptmotiv abhängt. Insgesamt würde ich das Bokeh als sehr gut bewerten, wobei es fast immer möglich ist, das fotografierte Objekt ausreichend hervorzuheben und bei Bedarf einen sanft unscharfen Hintergrund zu erzielen.
Ein weiteres häufiges Kriterium ist die Vignettierung, und hier muss man sagen, dass das Nikon Z 50mm f/1.4 bei vollständig geöffneter Blende f/1.4 wirklich stark vignettiert und dies auf den meisten Fotos sofort zu sehen ist, manchmal sogar direkt auf dem LCD-Monitor der Kamera. Dennoch würde ich das nicht unbedingt als Nachteil werten, da Vignettierung in vielen Fällen sogar erwünscht sein kann – zum Beispiel um das Hauptmotiv hervorzuheben. Sollte es jemanden dennoch stören, lässt sich die Vignettierung ganz einfach per Bildbearbeitung entfernen.
Besser ist es bei der chromatischen Aberration, die nur minimal auftritt. Das kann natürlich auch an der kamerainternen Korrektur liegen, aber letztendlich spielt das keine Rolle, denn auf sie stoßen Sie eher selten. Das Nikon Z 50mm f/1.4 meistert auch Gegenlichtaufnahmen gut, selbst bei direkter Sonneneinstrahlung, wobei gelegentlich Reflexionen auftreten können, das Ergebnis jedoch insgesamt gut ist. Mit ein wenig Feingefühl bei der Komposition und der Blende f/16 lassen sich auch schöne „Blendensterne“ in den Ecken der Aufnahme erzielen.
In Bezug auf das Zubehör verfügt das Nikon Z 50mm f/1.4 über ein standardmäßiges 62mm Filtergewinde sowie eine wirksame, geformte Gegenlichtblende Nikon HB-115, die im Preis inbegriffen ist und im Lieferumfang enthalten (das lobe ich sehr, wäre das doch immer so und bei allen Herstellern). Nichts ist ärgerlicher, als wenn man dieses Stück Plastik manchmal separat und oft nicht gerade billig kaufen muss.
Objektive mit einer Brennweite von 50 mm gelten seit vielen Jahren als Standard und bieten daher sehr vielseitige Einsatzmöglichkeiten. Sie eignen sich gut für Porträts, Landschaften, Schnappschüsse und auch bei schlechten Lichtverhältnissen. Vor allem überall dort, wo die hohe Lichtstärke und somit eine sehr geringe Schärfentiefe von Vorteil ist. Dank des relativ kurzen Mindestfokussierabstands von 37 cm auch für verschiedene Detailaufnahmen. Ebenso gut eignet sich das Objektiv jedoch auch zum Filmen.
Der aktuelle (10/2024) Verkaufspreis von 13.990 Kč ist angesichts der Gesamtqualität und der Eigenschaften einfach großartig. Wenn Sie sich von einer 50-mm-Brennweite angezogen fühlen, insbesondere in Kombination mit einer hohen Lichtstärke, dann kann ich Ihnen dieses Objektiv mit ruhigem Gewissen empfehlen. Das Nikon Z 50mm f/1,4 zeichnet sich nicht nur durch seine hohe Lichtstärke aus, sondern auch durch seine scharfe Abbildung, schönes Bokeh, schnelles Fokussieren, Ausstattung, vielseitigen Einsatz und insgesamt hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis.
Wenn ich auch einige Nachteile erwähnen muss, dann ist es wahr, dass wir uns in der Zeit der klassischen Spiegelreflexkameras daran gewöhnt hatten, dass „Festbrennweiten 50er“ (auch solche mit derselben Lichtstärke) deutlich kleiner und leichter waren. Einige könnten auch die höhere Vignettierung oder eine etwas schwächere Schärfe an den Rändern bemängeln, besonders im Vergleich zur zwar älteren und weniger lichtstarken, aber dennoch hochwertigen S-Version des Nikon Z 50mm f/1,8 S.
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In unserem FotoMagazin finden Sie Rezensionen zu spiegellosen Nikon Z-Kameras:

NIKKOR Z 50mm f/1,4
ObjektiveDas Nikon Z 50mm f/1,4 ist eine sehr interessante Ergänzung zur Familie der Nikon Z-Objektive. Es bietet eine hervorragende Lichtstärke, scharfe Abbildung und schnelles, leises Fokussieren, was es zu einem idealen Werkzeug für Porträt-, Reportage- und Alltagsfotografie macht. Obwohl es einige kleinere Nachteile hat, wie die Vignettierung bei niedrigeren Blendenzahlen und größere Abmessungen im Vergleich zu älteren Modellen, gleichen die Gesamtleistung und der Preis diese Mängel aus. Für alle, die ein erschwingliches Objektiv mit hoher Lichtstärke und vielseitigem Einsatz suchen, ist das Nikon Z 50mm f/1,4 eine großartige Wahl, die nicht enttäuscht.
Vorteile
Nachteile