Lösliches Material, auch lösliches Filament genannt, ist eine spezielle Art von Kunststofffaden für den 3D-Druck. Seine Haupteigenschaft ist die Fähigkeit, sich in einer bestimmten Flüssigkeit, in der Regel Wasser oder einem anderen spezifischen Lösungsmittel, aufzulösen. Dieses Material wird in erster Linie für den Druck von temporären Stützstrukturen, kurz "Stützen" genannt, verwendet. Denn beim 3D-Druck von komplexeren Objekten mit Überhängen oder inneren Hohlräumen ist es notwendig, eine temporäre Struktur zu schaffen, auf der die neu gedruckten Schichten aufliegen können. Beim herkömmlichen Druck werden diese Stützen aus demselben Material wie das Modell selbst gedruckt und müssen nach dem Druck mechanisch abgebrochen oder weggeschnitten werden, was Spuren auf dem Endprodukt hinterlassen oder dessen Oberfläche beschädigen kann. Um mit löslichem Material zu drucken, ist ein 3D-Drucker mit mindestens zwei Druckköpfen, sogenannten Extrudern, erforderlich. Ein Druckkopf druckt das eigentliche Objekt aus dem normalen Material, während der andere Kopf die Träger aus löslichem Filament druckt. Nach Abschluss des Druckvorgangs wird der gesamte Druck in die entsprechende Flüssigkeit getaucht. So löst sich beispielsweise das PVA-Material in normalem Wasser auf, während das HIPS-Material ein Lösungsmittel wie Limonen benötigt. Die Stützstruktur löst sich mit der Zeit vollständig auf und hinterlässt nur ein sauberes und glattes Modell ohne jegliche Spuren. Auf diese Weise lassen sich geometrisch sehr komplexe Teile mit inneren Kanälen oder komplizierten Details herstellen, die mit abziehbaren Trägern nur schwer oder gar nicht in der erforderlichen Qualität zu fertigen wären.