• Autor: Ondřej Chabr
Das vor einem Jahr vorgestellte faltbare Smartphone Huawei Pura Max ist bei uns nicht auf den Markt gekommen. Während es auf dem chinesischen Markt bereits positive Rückmeldungen von Kunden erhielt, arbeitete das Unternehmen bereits an der nächsten Generation. Diese bringt gleich mehrere interessante Neuerungen mit sich. Schauen wir uns das neueste faltbare Modell von Huawei, das Pura X Max, einmal genauer an.
Schon beim ersten Blick auf das neue Huawei Pura X Max wird klar, dass hier etwas anders ist. Wir haben es zwar mit einem faltbaren Smartphone im Buchformat zu tun, doch unterscheidet es sich von anderen Modellen wie dem Samsung Galaxy Z Fold oder dem Honor Magic deutlich. Was das Huawei Pura X Max vor allem von den anderen abhebt, ist seine Form. Während die meisten faltbaren Smartphones auf schmale Außendisplays setzen, hat sich Huawei vom Seitenverhältnis eines A4-Blattes inspirieren lassen. Im geschlossenen Zustand wirkt das Smartphone sehr robust, verspricht aber dank einer Dicke von nur 11,2 mm und einem Gewicht von 229 Gramm eine angenehme Handhabung. Insgesamt wirkt es wie ein vergrößertes faltbares Klapphandy, von demselben Typ wie das Samsung Galaxy Z Flip.
Eine große Überraschung ist die verbesserte Widerstandsfähigkeit. Das Smartphone verfügt über die Zertifizierung IP58 / IP59, was nicht nur Schutz vor dem Eintauchen ins Wasser bedeutet, sondern auch eine hohe Widerstandsfähigkeit gegen das Eindringen von Staub und hochdruckgesprühtem Wasser. Das ist bei flexiblen Konstruktionen nach wie vor keine Selbstverständlichkeit. Das ist logisch, denn das flexible Scharnier ist eine Schwachstelle. Derzeit ist das Handy in 5 Farbvarianten erhältlich.
Das von einem schwarzen Rahmen umgebene Außendisplay hat eine Diagonale von 5,4 Zoll und bietet eine Spitzenhelligkeit von bis zu 3.500 Nits, was auch bei direkter Sonneneinstrahlung für perfekte Lesbarkeit sorgt. Sein Seitenverhältnis grenzt fast schon an ein Quadrat. Es ist auf jeden Fall anders als das, was wir bisher von klappbaren Handys im Buchformat gewohnt waren.
Der eigentliche Reiz liegt jedoch im Inneren. Nach dem Aufklappen erwartet Sie ein 7,7-Zoll-LTPO-Display mit einer Helligkeit von bis zu 3.000 Nits, das dank seiner Breite ein viel natürlicheres Erlebnis beim Ansehen von Videos oder bei der Arbeit mit zwei Apps nebeneinander bietet. Huawei hat zudem eine neue Generation von Scharnieren und Keramikelemente im Gehäuse verbaut, die die Stabilität der Konstruktion erhöhen. Ob sich die Vertiefung im Display bemerkbar machen wird, bleibt abzuwarten.
Im Jahr 2026 wird auch der US-amerikanische Hersteller Apple ein faltbares Smartphone in sein Portfolio aufnehmen. Auf den Namen und die genauen technischen Daten müssen wir noch warten, aber es wird ein ähnliches Seitenverhältnis des Displays bieten, das im aufgeklappten Zustand einfach eher einem Tablet ähnelt und somit auch praktischer ist. Es scheint also, dass Huawei dieses Modell auf den Markt bringt, um Hersteller wie Apple oder Samsung noch zu überholen. Gerade der südkoreanische Hersteller soll bei seinem Galaxy Z Fold8 ebenfalls das Display vergrößern, wobei das Smartphone den Namen Samsung Galaxy Z Fold8 Wide tragen soll. Wird das Jahr 2026 das Jahr des aufkommenden Trends zu breiteren Displays bei faltbaren Handys?
Unter der Haube schlägt der neueste Chipsatz aus eigener Entwicklung, nämlich der Kirin 9030 Pro. Auch wenn Huawei Details zum Herstellungsprozess geheim hält, deuten erste Benchmark-Ergebnisse darauf hin, dass er leistungsmäßig problemlos mit der aktuellen Spitzenklasse mithalten kann. Das Smartphone läuft mit dem neuesten Betriebssystem HarmonyOS 6.1, das vollständig für das breite Displayformat optimiert ist.
Neu ist die Integration des Huawei Pen, der nun auch komplexe Gesten in der Luft unterstützt. Dank des breiten Displays ist das Multitasking intuitiver. Die Anwendungsfenster sind nicht mehr so schmal, und die Arbeit darin erinnert eher an die Nutzung eines kleinen Tablets als an die eines Smartphones. Verantwortlich dafür ist gerade das Seitenverhältnis. Es sind Varianten mit 12 GB oder 16 GB RAM und einem Speicherplatz von bis zu überdurchschnittlichen 1 TB erhältlich.
Bei faltbaren Smartphones ist die Akkulaufzeit oft ein kritischer Punkt. Theoretisch ist zwar genügend Platz vorhanden, doch das Streben nach einem schlanken Design ist dabei nicht gerade hilfreich. Huawei hat jedoch einen Akku mit einer Kapazität von 5.300 mAh in das schlanke Gehäuse des Pura X Max untergebracht. Das Laden erfolgt mit 66 W über Kabel oder mit 50 W kabellos, was in dieser Kategorie ein guter Wert ist.
Die Smartphones der Huawei Pura-Serie waren schon immer ein Synonym für mobile Fotografie, und das X Max macht da keine Ausnahme. Zumindest was die technischen Daten auf dem Papier angeht. Der Hauptsensor mit einer Auflösung von 50 MP verfügt über eine physisch variable Blende im Bereich von f/1,4 bis f/4,0. Dies ermöglicht eine bessere und präzisere Arbeit mit der Schärfentiefe und der Bildqualität bei Nacht, ohne sich ausschließlich auf die Software verlassen zu müssen.
Ergänzt wird das Set durch ein 12,5-MP-Weitwinkelobjektiv mit einem verbesserten Algorithmus zur Beseitigung von Randverzerrungen. Die dritte Rückkamera ist ein 50-MP-Periskop-Teleobjektiv mit optischer Bildstabilisierung, das einen RYYB-Sensor für eine bessere Lichtaufnahme nutzt. Das Display wird von zwei 8-Megapixel-Selfie-Kameras durchzogen. Diese unterscheiden sich nur geringfügig in ihrer Lichtstärke. Das flexible Huawei-Gerät nimmt Videos in 4K-Auflösung auf.
Das Huawei Pura X Max wurde in China in fünf Farben vorgestellt: Interstellar Blue, Olive Gold, Phantom Black, Vibrant Orange und Zero Degree White. Der Preis für den chinesischen Markt beginnt bei 10.999 Yuan (ca. 1480 Euro ohne MwSt.) für das Basismodell mit 12/256 GB. Die Top-Version mit 16 GB / 1 TB kostet dann etwa 1890 Euro ohne Steuern. Über die weltweite Verfügbarkeit wurde noch nicht entschieden, aber angesichts der Ambitionen des Modells wird seine Einführung in Europa im Laufe des Sommers erwartet.
Doch selbst wenn es nicht kommen sollte, gibt es keinen Grund zur Sorge. Auf dem Markt ist bereits seit einiger Zeit das gelungene Honor Magic V5 erhältlich, das volle Unterstützung für Android und Google-Apps bietet. Wir vergleichen es mit dem neuen Modell in der Tabelle unten.
| Parameter/Modell | Huawei Pura X Max | Honor Magic V5 |
|---|---|---|
| Display | Diagonale: 5,4" und 7,7" | Diagonale: 6,43" und 7,95" |
| Auflösung: 1 848 × 1 264 px, 425 ppi 2 584 × 1 828 px, ppi |
Auflösung: 2 376 × 1 060 px, 404 ppi 2 352 × 2 172 px, 403 ppi |
|
| Typ: OLED | Typ: OLED (Außen), AMOLED (Innen) | |
| Bildwiederholfrequenz bis zu: 120 Hz | Bildwiederholfrequenz bis zu: 120 Hz | |
| Schutz: Kunlun Glass 2 | Schutz: Honor Anti-scratch NanoCrystal Shield | |
| Rückkameras | Hauptsensor: 50 Mpx, f/1,4-4,0, OIS | Hauptsensor: 50 Mpx, f/1,6, OIS |
| Weitwinkel: 12,5 Mpx, f/2,2 | Weitwinkel: 50 Mpx, f/2,0 | |
| Teleobjektiv: 50 Mpx, f/2,2, OIS | Teleobjektiv: 64 Mpx, f/2,5, OIS | |
| Selfie-Kamera | 8 Mpx, f/2,2 8 Mpx, f/2,4 |
20 Mpx, f/2,2 (beide) |
| Chipsatz | Kirin 9030 Pro | Qualcomm Snapdragon 8 Elite |
| GPU | Maleoon 935 | Adreno 830 |
| RAM | 12 / 16 GB | 16 GB |
| Interner Speicher | 256 / 512 GB / 1 TB | 512 GB |
| Betriebssystem | HarmonyOS | Android 16 |
| Unterstützung für 5G-Netze | ✓ | ✓ |
| 3,5mm-Buchse | ✕ | ✕ |
| Schutzart | IP58 / IP59 | IP58 / IP59 |
| Akku | 5 300 mAh | 5 820 mAh |
| Schnellladen / kabelloses Laden: 66 W / 50 W | Schnellladen / kabelloses Laden: 66 W / 50 W | |
| Abmessungen | 120 × 85 × 11,2 mm (zusammengeklappt) 120 × 166,5 × 5,2 mm (offen) |
156,8 × 74,3 × 9 mm 156,8 × 145,9 × 4,2 mm |
| Gewicht | 229 g | 222 g |
| Packungsinhalt | USB-C-Kabel, Schutzhülle, Werkzeug zum Entnehmen der SIM-Karte, Bedienungsanleitung | USB-C-Kabel, SIM-Karten-Entnahmewerkzeug, Bedienungsanleitung |
| Preis | 1810 Euro* | 1769 Euro** |
i
Das könnte Sie auch interessieren